Katholische Pfarrgemeinde  Dom zum Heiligen Kreuz

Nordhausen

Liturgie - Der Zweite Blick

 


Grafik: Tony Schreiber

Johannes muss sich im Gefängnis entscheiden, ob er den Worten Jesu Glauben schenken möchte.
Auch für uns ist der Advent eine Zeit der Entscheidung.
Mich zu entscheiden, worauf ich im Leben baue. Und ich möchte für mich antworten: Auf Gottes Wort ist Verlass!
Auf seine Verheißungen ist Verlass!


Bibelwort: Matthäus 11,2-11 (zum  Evangelium am 3. Advent)

AUSGELEGT!

Jesus zeigt die Alternativen auf, zwischen denen sich seine Zuhörerinnen und Zuhörer entscheiden können: Johannes, der asketische, konsequente Bußprediger, und Herodes Antipas, der zum Mörder des Johannes wird. Ihn führt Jesus über Symbole in seine Rede ein: Das Schilfrohr schmückte die Münzen des Antipas, und ganz in der Nähe der Taufstelle des Johannes besaß Herodes einen prächtigen Sommerpalast in Tiberias. Die Entscheidung ist für Jesus klar: Johannes, der Prophet, der Wegbereiter, in Jesu Augen der Größte unter den Menschen. Ein Vorbild, das in seiner Geradlinigkeit, in seiner Härte gegen sich selbst einschüchtern kann. Doch dann führt Jesus eine neue Kategorie ein, die mit ihm angebrochen ist: das Reich Gottes. Der Kleinste dort ist größer als der große Johannes. Wie kann ich das verstehen?
Ich lese das so: In der Weite des Gottesreiches gibt es ungeahnt viele Möglichkeiten, als Christ zu leben und nachzufolgen. Ich muss nicht asketisch leben, ich muss nicht gegen die Mächtigen aufstehen und das Martyrium auf mich nehmen. Im Himmelreich gilt nur eine „Währung“: die Liebe. Sie ist die Nagelprobe des Reiches Gottes. Wer sie lebt, ist groß.

Michael Tillmann


Quelle: Bergmoser + Höller Verlag AG
Grafik: Tony Schreiber
Bild im Header: © Herrad von Landsberg / cc0 – gemeinfrei / Quelle: commons.wikimedia.org



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