Katholische Pfarrgemeinde  Dom zum Heiligen Kreuz

Nordhausen

Liturgie - Der Zweite Blick

 


Foto: Peter Kane +

Museal 

wirken Wanderstab, Sandalen und Trinkflache, und museal sind die Anweisungen Jesu, gehören in seine Zeit.
Doch die Anfrage dahinter ist hochaktuell: Was brauchen die, die Jesu Botschaft verkünden – und was erweist sich als hinderlich?


 



Grafik: Thomas Plaßmann

Es kann keinen guten Grund geben, die frohe Botschaft zu verheimlichen. Als Christen gelten uns die Worte aus dem 1. Petrusbrief (3,15): „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die euch erfüllt; antwortet aber bescheiden und ehrfürchtig, denn ihr habt ein reines Gewissen …“
Wer also seinen Kindern, den Freunden oder anderen das Evangelium vorenthält, macht sich schuldig – da gibt es keine Ausflüchte. Doch bescheiden soll mein Zeugnis sein, ich habe auch nicht das Recht, dem anderen meine Überzeugung „um die Ohren zu Hauen".



Bibelwort: Markus 6,7-13 (zum Evangelium vom 15. Sonntag im Jahreskreis)

AUSGELEGT!

… dann geht weiter und schüttelt den Staub von euren Füßen, ihnen zum Zeugnis.
Nicht einmal den Dreck der Straße sollen die Jünger von denen mitnehmen, die sie und die Botschaft vom Reich Gottes nicht anhören wollen. Das hört sich drastisch an. Kann Jesus nicht mehr Verständnis haben für die, die ihn zurückweisen? Nein, das geht in dieser Situation nicht. Wenn ich mit der Botschaft Jesu konfrontiert werde, dann gibt es kein „Vielleicht“, kein „Mal sehen“, kein Ausweichen. Dann muss ich mich entscheiden. Und wenn ich mich gegen ihn entscheide, dann bin ja ich es, der Beziehung nicht will. Und das akzeptiert Jesus. Er nimmt die Freiheit des Menschen ernst, und diese Freiheit umfasst auch die Möglichkeit, Nein zu sagen. Es gibt keinen Glaubenszwang. Da ist Jesus viel weiter als viele Menschen, die sich später auf ihn berufen haben und den Glauben mit Zwang durchsetzen wollten. Jesus nimmt meine Entscheidung ernst – und ich muss ernst nehmen, dass meine Entscheidung auch Konsequenzen hat. Das schließt ja nicht aus, dass ich meine Entscheidung später nicht noch einmal überdenken kann. Umkehr ist jederzeit möglich.

Michael Tillmann


Bild im Header: siehe Seite "Liturgie"
Foto: Peter Kane; Grafik: Thomas Plaßmann

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