Liturgie - Der Zweite Blick
Jesus spricht alle an, er schaut nicht
auf Herkunft, Stand und Geschlecht.
Sein Auftrag gilt allen.
Denn Gottes Liebe gilt allen.
Sie ist die Quelle,
aus deren Überfluss wir alle nähren können.
Bibelwort: Johannes 4,5-42 (Evangelium am 3. Fastensonntag)
AUSGELEGT!
Da sagte Jesus zu der samaritischen Fau: Ich bin es, der mit dir spricht.
Eine lange Geschichte ist diesem alles entscheidenden Satz vorausgegangen: Jesus begibt sich seltsamerweise in das Gebiet der Samariter; er bittet eine Frau um Wasser, was eigentlich eine unschickliche Einladung ist; er kommt mit dieser Frau ins Gespräch über ihr nicht gerade geglücktes Leben mit mehr als genug Männern. Und dann kommen sie auch noch auf Glaubensfragen zu sprechen.
Und schließlich kommt dieser Satz: Ich bin es, der mit dir spricht. „Ich bin es“ ist ein Gottes-Satz, der, seit Mose im Dornbusch mit Gott gesprochen hat, die Begegnungen Gottes mit Menschen immer wieder durchzieht. Es ist auch der Satz, mit dem sich Jesus immer wieder selbst verständlich zu machen versucht. Gott ist, und Gott ist da. Gott ist, Gott existiert und Gott wirkt. Und nicht nur das, sondern er ist der, der mit einem Menschen spricht. Gott ist in Beziehung, Gott ist in Kommunikation und wendet sich einem ganz bestimmten Menschen mit seiner ganzen Persönlichkeit und seiner ganzen Geschichte zu. Eine trostvolle, nahrhafte, bestärkende Botschaft in Zeiten, in denen Gott nicht gerade geleugnet wird, aber in denen er für viele Menschen unbedeutend geworden ist, nicht mehr wert, ihn zu suchen und an seine Wirklichkeit zu glauben. Aber Gott ist da, und es lohnt sich nach wie vor, daran zu glauben.
Christine Rod MC
Quelle: Bergmoser + Höller Verlag AG
Foto: Michael Tillmann
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