Katholische Pfarrgemeinde  Dom zum Heiligen Kreuz

Nordhausen

Liturgie - Der Zweite Blick

 

 

Grafik: David Kremer

Lukas schreibt seine „neue Erzählung“ – so nennt er sein Evangelium – für die Christen und alle Men-schen im Römischen Reich, aber er wendet sich an einen konkreten Menschen, den „hochverehrten Theophilus“. Das kann ein Name sein oder jeden „Gottesfreund“ meinen. Ihm versichert Lukas, dass er sich über die Botschaft freuen darf, die er angenommen hat, denn sie ist gesichert. Und was Lukas aufgeschrieben hat, ist über die Jahrhunderte bis zu uns gekommen. Seine und alle Worte der Bibel. Gelesen auf Papyri oder Pergament, in Büchern oder am PC. Hat Menschen ermutigt oder getröstet und ihnen Orientierung geschenkt. Die Bibel ist Quelle christlichen Lebens. Daran erinnert auch der Bibelsonntag am 30. Januar.

Bibelwort: Lukas 1,1-4; 4,14-21 (Evangelium vom 3. Sonntag im Jahreskreis)

AUSGELEGT!

Lukas ergreift das Wort, könnte man zu diesem Anfang sagen. Es wäre aber nur halb richtig. Denn, wie Lukas ehrlich schreibt, es haben „schon viele übernommen“, von Jesus zu erzählen und aufzuschreiben, was sie von ihm gehört haben. Die Wissenschaftler des Neuen Testaments wissen heute auch, dass Lukas sich großzügig anderer Quellen bedient, ohne diese zu nennen – was allerdings üblich war.

Lukas bringt einen neuen Ton in die Welt. Ihn kümmert wenig das Jüdische an Jesu Auftreten und Lehren; ihn kümmern die kleinen Leute, die in Jesus den Heiland erkennen, jedenfalls manche. In diesen Sätzen macht sich der Heiland mit einem Paukenschlag bekannt: Ich bin der, den eure Propheten angekündigt haben. Jesus lässt hier keinen Zweifel daran, dass er in der Tradition des jüdischen Volkes steht; und er der Heiland ist, als der Lukas ihn bei der Geburt angekündigt hat: Euch ist heute der Heiland geboren. Der Jubel darüber hält sich allerdings in Grenzen, wie wir am kommenden Sonntag hören werden, wenn Jesus schon verfolgt und vertrieben wird. Hier aber ist die Ankündigung noch deutlich: Jesus liest aus der Schrift – und in die folgende Stille und vielleicht in eine Ergriffenheit hinein sagt er, was er fühlt und weiß: Mit mir erfüllt sich die Schrift; ich bin der Heiland. Wohl denen, die sich zu ihm und dem Heil bekennen.

Michael Becker

Quelle: Bergmoser + Höller Verlag AG
Grafik: David Kremer
Bild im Header: © Herrad von Landsberg / cc0 – gemeinfrei / Quelle: commons.wikimedia.org



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