Katholische Pfarrgemeinde  Dom zum Heiligen Kreuz
Nordhausen

Liturgie - Der Zweite Blick

 


Foto: picture alliance/Zoonar|Wojciech Kozielczyk


Die Seligpreisungen, sie sind die Hoffnung auf ein besseres Morgen: Hoffnung, auf die ich bauen kann, die mich aufrichtet. Es fällt mir leichter, auf Gott zu bauen, wenn ich ihn in meinem Leben immer wieder als helfenden und rettenden Gott erfahren habe. Und das erfahre ich auch immer wieder: Die Hoffnung auf Gottes Wirken hilft auch in einer Gegenwart, die auf den ersten Blick wenig Anlass zur Hoffnung gibt, bringt Licht in das Dunkel, das mich umgibt.


Bibelwort: Matthäus 5,1-12a (Evangelium vom 4. Sonntag im Jahreskreis)

AUSGELEGT!

„Selig sind“ statt „Glücklich wirst du, wenn …“
Die Seligpreisungen, gerahmt von Jesu Bergpredigt, zählen zum Schwarzbrot der Bibel: vollwertig, nahrhaft, solidarisch, aber auch herausfordernd. Man muss schon etwas drauf rumkauen, bis sich der Geschmack ganz entfaltet. Und noch etwas ist bei diesem Text bemerkenswert: Die Zusage ist nicht an Leistungen von Einzelnen als Bedingungen geknüpft. Wir kennen das ja eigentlich anders aus der Flut weltlicher Glücksversprechen: Wenn du dies tust oder das kaufst, dann darfst du dich als Lohn dafür über mehr Glück im Leben freuen. Auch wenn selig im Sinne von glücklich verstanden werden kann – vielleicht ist es gut, mit dem weniger geläufigen Begriff „selig“ gerade für das Besondere ein Fenster zu öffnen, wenn es heißt: So ist es. Bedingungslos und visionär. So ist Leben, mit Jesu und mit Gottes Augen gesehen und beschrieben. Und wir werden dazu inspiriert, mit dieser anderen Sichtweise gemeinsam eigene Erfahrungen zu sammeln und staunend zu entdecken: Ja, es kann ganz anders sein und werden: Trauernden wächst Trost zu. Verfolgte finden heraus aus der Enge. Der erste Schritt heißt einfach: Vertrauen.

Susanne Brandt



Quelle: Bergmoser + Höller Verlag AG
Foto: picture alliance/Zoonar|Wojciech Kozielczyk
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