Katholische Pfarrgemeinde  Dom zum Heiligen Kreuz

Nordhausen

Liturgie - Da staune ich aber...

Petrus: Protest und Zurechtweisung

Bild: Annibale Carracci (1560–1609), Christus erscheint Sankt 36778 co Petrus auf der Via Appia

Mehrmals in den Evangelien kündigt Jesus sein Leiden an, seine bevorstehende Verhaftung und seinen Tod. Die Reaktionen der Jünger sind unterschiedlich. Mehrmals verstehen sie die Worte Jesu nicht, machen sich stattdessen Gedanken, wer von ihnen der Größte sei oder welche Plätze sie im Himmelreich einnehmen könnten. Einmal wird berichtet, dass sie traurig geworden sind. Petrus dagegen versteht sehr genau, was die Leidensankündigung Jesu bedeutet – und versteht sie doch nicht (Matthäus 16,21-23). Er nimmt Jesu beiseite und protestiert gegen das, was er gesagt hat. Eine verständliche Reaktion. Er liebt seinen Meister und möchte nicht, dass er leidet. Vielleicht sieht er auch seine eigene Zukunft an Jesu Seite in Gefahr und hat Angst vor dem, was kommen könnte. Der tiefere Sinn des Leidens Jesu bleibt ihm verborgen. Deshalb weist ihn Jesus barsch zurück, nennt ihn „Satan“, weil er Menschliches und nicht Göttliches im Sinn hat. Eine harte Zurechtweisung; menschlich verständlich: Jesus wünscht sich jemanden, der auch im Leiden an seiner Seite ist. Petrus ist es nicht. Weder als er ihn dreimal verleugnet noch unter dem Kreuz.

Eine frühchristliche Legende greift die Einstellung des Petrus zum Leiden um des Glaubens willen auf. Als Petrus vor der Christenverfolgung aus Rom flüchtet, begegnet ihm auf der Via Appia Christus. Petrus fragt ihn: „Domine, quo vadis?“ („Wohin gehst du, Herr?“) und erhält zur Antwort: „Romam venio iterum crucifigi“ („Nach Rom, um mich erneut kreuzigen zu lassen“). Dieses Mal versteht Petrus die Worte Jesu und akzeptiert das Leiden, er kehrt nach Rom zurück, wird verhaftet und gekreuzigt.

Quelle: Bergmoser + Höller Verlag AG
Bild:
Annibale Carracci (1560–1609), Christus erscheint Sankt 36778 co Petrus auf der Via Appia

E-Mail
Anruf
Karte
Infos