Liturgie - ZwischenTöne im Februar
Zwischen den Tönen singen kann man genauso wenig, wie zwischen den Zeilen lesen (These).
Unsere Erfahrung ist aber, dass im übertragenen Sinn das sehr gut funktioniert.
In der Rubrik ZwischenTöne erinnern wir deshalb an Festtage oder auch an Ereignisse, die außerhalb der "großen" Sonntage des Jahreskreises liegen und wir sie deshalb "nicht auf dem Schirm" haben. Die es aber trotzdem verdient haben, benannt zu werden.
FÜR MONAT |
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Foto Peter Kane | 2. Februar Das ist schon ein schräger Termin, den Maria und Josef erleben, als sie mit Jesus 40 Tage nach seiner Geburt in den Jerusalemer Tempel gehen, um einer religiösen Pflicht nachzukommen. Sie begegnen Simeon und Hanna, deren Leben und Verhalten aus dem Rahmen fällt. Im Alltäglichen geschieht Außergewöhnliches, denn Gott kommt in seinem Sohn in den Alltag der Menschen. Das feiern wir auch am Fest der Darstellung des Herrn (2. Februar). |
Grafik: Beate Heinen | Im Februar Es sind die kleineren Feste, die den Februar prägen: Das Fest der Darstellung des Herrn am 2. Februar, an dem die Kirche in Erinnerung an Simeon und Hanna den Tag des geweihten Lebens begeht. Am 3. Februar wird uns der Blasiussegen zugesprochen gegen Halskrankheiten und allem anderen, was uns bildlich gesprochen „im Halse stecken-bleibt“. Am 11. Februar gedenkt die Kirche Unserer Lieben Frau in Lourdes und feiert seit 1993 den Welttag der Kranken: Kleine Stationen auf unserem Glaubens- und Lebensweg mit und zu Gott. |
Grafik: ideen archiv | 14. Februar Am 14. Februar gedenkt die Kirche des heiligen Valentin von Terni, dem Patron der Liebenden. Aus diesem Grund wird an diesem Tag auch der Valentinstag gefeiert. |
Foto Michael Tillmann | 24. Februar Kaiserin Helena, Mutter Konstantin des Großen, unter dem das Römische Reich sich zum Christentum bekehrte, soll der Überlieferung nach die Gebeine des Apostels Matthias in Palästina gefunden und nach Trier überführt haben. Seit dem 12. Jahrhundert werden sie in der Kirche St. Matthias in Trier verehrt. Sie liegen in einem Steinsarkophag in der Krypta der Kirche und ziehen bis heute viele Pilger an, die dort den Apostel verehren, von dem die Apostelgeschichte lediglich seine Wahl als „Nachfolger“ des Judas Iskariot berichtet. Im Kontrast zu Judas wird Matthias auch als „Apostel der Treue“ bezeichnet. |
Foto: Michael Tillmann | 24. Februar |
Foto: Peter Kane | Karneval Ich weiß nicht, was der mittelalterliche Holzschnitzer mit diesem Spruch gemeint hat, doch gibt es auch heute viele Formen, in denen Karneval zur Qual wird. Übermäßiger Alkoholkonsum oder ein „Über-die-Stränge-schlagen“, das später bereut wird. Und dann gibt es noch einen angeblichen Zwang zur guten Laune an Karneval, der für manchen echt zur Qual werden kann. |
Grafik: Manfred Förster | Karneval K und K, Kirche und Karneval, das gehört zusammen wie Pastor und Papst oder wie Evangelium und Frohe Botschaft. Wenn in unserer Kirche nicht mehr gelacht wird, schreckt sie die Menschen ab. |
Multiplikatoren der Freude
Ein lachendes und ein trauriges Gesicht, Freude und Kummer – zwei Aspekte drängen sich mir bei diesem Bild auf:
Das lachende Gesicht erinnert an die Sonne, das traurige an den Mond. Für mich bedeutet das: Lachen und Weinen, Freude und Trauer gehören zum Leben dazu wie Tag und Nacht, wie Sonne und Mond. Beide stehen im Wechsel. Wie die Sonne nicht 24 Stunden scheint und der Mond auf- und untergeht, so ist es auch mit der Freude und der Trauer im Leben. Beides hat Anfang und Ende. Und beides ist zugleich möglich: Der Mond geht schon auf, wenn die Sonne noch nicht ganz untergegangen ist. Gerade Christen wissen um die Trauer in der Freude und um die Freude in der Trauer. Es kann für den Christen keine totale Finsternis geben, da immer das Licht der Hoffnung scheint. Und es kann keine grenzenlose Freude sein in der Welt, weil es immer einen Nächsten gibt, der leidet.
Beide Gesichter werden getragen von Engeln. Für mich bedeutet das: In meiner Freude und in meiner Trauer bin ich immer getragen von Gott. Ob ich aus vollem Herzen lache oder bittere Tränen weine, ich bin nicht allein. Und so sollen wir auch als Christen sein. Der Apostel Paulus schreibt es im 12. Kapitel des Römerbriefes (Vers 15): „Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden!“
Wir sollen ganz Mensch sein, und dazu gehört das Mitgefühl, die Empathie. Nicht nur mit Leidenden, sondern auch mit den Fröhlichen. Wie geteiltes Leid halbes Leid ist, so ist geteilte Freude doppelte Freude. Christen sind Freude-Vermehrer.
Michael Tillmann
Quelle: Bergmoser + Höller Verlag AG
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