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GOTT ist gerecht!


Der Glaube an diese Botschaft, den man als Christ allzu gern als Trostpflaster auf das persönlich erlebte "weltliche Unrecht" legt, wird spätestens dann schwer gefordert, wenn einen das Evangelium vom 25. Sonntag des Jahreskreises erreicht (hier beispielsweise).

Mit der bildhaften Rede Jesu Christi (hier das Gleichnis vom Arbeiter im Weinberg) - in der er dem Zuhörer "die Sache" mit dem Himmelreich erklärt - wird das menschliche Gerechtigkeitsempfinden stark strapaziert.

Wer versucht, hier sein inneres Gleichgewicht wieder herzustellen, ist mit der Erkenntnis des Philosophen und Pädagogen Jean-Jacques Rousseau gut beraten, die da lautet: "Die Gerechtigkeit ist von der Güte untrennbar."

Unter diesem Aspekt - GOTT ist auch gütig - lässt sich das Gleichnis viel einfacher erklä- ren und annehmen.

In den vergangenen Wochen wurde die Forderung nach "Sozialer Gerechtigkeit" von etlichen Politikerinnen und Politikern sehr häufig "in Beschlag genommen". Der Begriff "Soziale Güte" kam dabei nicht vor.

Ist denn unser Sozialstaat nicht auch ein gütiger Staat?


Foto: Foto Begsteiger/Michaela Begsteiger


Ausgelegt!

Bibelwort: Matthäus 20,1-16 (zum Evangelium vom 25 Sonntag im Jahreskreis)


Wieder einmal ist es ein Gleichnis, in dem Jesus alle bekannten Verhaltensmuster kräftig gegen den Strich bürstet. Auch persönlich habe ich Mühe damit. Ich bin ein Mensch, der Dinge gerne geregelt und kalkulierbar hat; der weiß, wo es langgeht; der sich auskennt, was vom Gegenüber zu erwarten ist; der gerne Leistung nach Art und Dauer gerecht abgegolten weiß. Für mich und für andere.

Aber Gott ist anscheinend anders, und damit ich es doch endlich einmal begreife, braucht es dieses Gegen-den-Strich-bürsten. Gott ist auch der Andere, der Fremde, der Irritierende. Gott entzieht sich, und er ist nicht berechenbar oder kalkulierbar. Doch, in gewisser Weise schon, und zwar in einem Punkt: Wenn es um Großherzigkeit und Barmherzigkeit geht.

Jesus lässt in seinem Gleichnis den Gutsherrn fragen: „Bist du neidisch, weil ich zu anderen gütig bin?“ – Wenn er mich das fragen würde, ich müsste sagen: „Ja, manchmal schon. Manchmal kann ich es gar nicht haben, wenn es andere scheinbar leichter haben und mit dem weitermachen, was ich eingebracht habe. Oder wenn ich mich um etwas vergeblich abgemüht und endlos gewartet habe.“ Wenn ich mir das zugestehen kann, dann merke ich, dass ich „beide Seelen in meiner Brust“ habe. Die Seele dessen, der sich ausgenutzt fühlt, weil er mehr investiert hat. Aber auch die Seele dessen, der vergebliches Warten kennt und dann spät, aber doch zum Zug kommt. Gott ist großzügig und barmherzig – mit dem einen und mit dem anderen.

 

Christine Rod MC

 

 

Quelle: Bergmoser + Höller Verlag AG

2. Bild links: Bild: Doris und Michael Will In: Pfarrbriefservice.de

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