Katholische Pfarrgemeinde  Dom zum Heiligen Kreuz

Nordhausen

Liturgie - Impuls

 

Das, was Menschen immer wieder als ungerecht empfinden,

dass es den "Bösen" genauso gut geht wie den "Guten", das entspricht Gottes Gerechtigkeit. Er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, lässt es regnen über Gerechte und Ungerechte. Diese Gerechtigkeit Gottes hat einen Namen: Gnade.

Und die Gnade ist es, die auch mein Leben prägen soll.


Bibelwort: Matthäus 5,38-48 (Evangelium zum 7. Sonntag im Jahreskreis)

Ausgelegt!

Jesus war kein Schwärmer und kein Träumer. Er lebte im Diesseits und sah, was Menschen bewegte, bedrückte, was ihnen Sorgen machte. Wenn er etwas sagte, hatte es Hand und Fuß, wie man so sagt. Und auf die immer wieder zu hörende Frage, ob man mit der Bergpredigt leben oder gar Politik machen könne, hätte Jesus ein klares Ja gesagt. Wie viele andere nach ihm übrigens auch.

Es geht bei der Bergpredigt und den berühmten Worten von der Feindesliebe nicht darum, sie wörtlich zu nehmen. Wichtiger als alles Wörtliche ist immer der Geist in den Worten. Und wenn man Jesus nicht unbedingt wörtlich nehmen soll, nimmt man ihn geistlich. Das heißt dann: Lass dir von einem anderen niemals das Gesetz des Handelns aufzwingen. Und wenn du dich wehren muss, was geschehen kann, dann wehre dich so, dass es möglichst zum Staunen, zum Überraschen – vielleicht sogar zum Frieden führt. Es geht Jesus nicht um Backpfeifen, Hemden und Meilen; es geht ihm um den Geist der Gegenwehr. Sie soll himmlische Fantasie haben. Weil nur das aus dem Teufelskreis ausbricht, der erst die Augen, dann die Zähne zerschlägt – und bald noch viel mehr. Wenn Jesus so spricht, spricht er im Vertrauen auf Gott, unseren Vater, der den Frieden liebt. Und die Friedfertigen, die – auch wenn sie sich wehren – immer alles tun, dass Frieden daraus wachsen kann. 

Michael Becker


Quelle: Bergmoser + Höller Verlag AG
Grafik: Unbekannt

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