Katholische Pfarrgemeinde  Dom zum Heiligen Kreuz

Nordhausen

Liturgie - Impuls

 

 


Wenn möglich, bitte wenden (Umkehr statt Umleitung)

Wenn möglich, bitte wenden.
Die Stimme aus dem Navi:
manchmal nervend,
häufig hilfreich,
oft auch ungelegen.

Wenn möglich, bitte wenden.
Was aber, wenn wir uns im Dunkeln
nicht nur verfahren,
sondern festgefahren haben,
auf unserem Lebensweg?

Wenn möglich, bitte wenden.
Wenn selbst beim Geradeausfahren
Korrekturen nötig sind –
um wie viel mehr auf dem
verschlungenen Lebenspfad?

Wenn möglich, bitte wenden.
Umkehr ist nichts Peinliches.
Umkehr ist nichts Trauriges.
Umkehr ist Aufbruch –
ins Leben, ins Licht!

Dorothee Sandherr-Klemp

Ausgelegt!
Bibelwort: Matthäus 3,1-12 (zum Evangelium vom 2. Adventssonntag)

Ich stehe am Ufer des Jordan und höre in einer großen Menschenmenge die Worte Johannes’ des Täufers. Wie reagiere ich? Die Gefahr ist groß, bei den ernsten Worten wegzuhören. Nicht das auch noch in diesen Tagen des Advents, die doch schon so voll sind mit anderem. Doch die Dringlichkeit in den Worten des Johannes’, die Radikalität in seinen Bildern; auch das Wissen um seine Person, die für ihre Überzeugungen in den Tod gegangen ist, lässt mich nicht los. Vielleicht ist das Thema „Umkehr“ gerade das, was mich in diesen Tagen ruhiger und bewusster für Weihnachten werden lässt. Zunächst erscheint Umkehr wie ein rückwärtsgerichteter Begriff; wenn ich umkehre, werfe ich den Blick zurück, vielleicht, weil früher alles besser war. Gleichzeitig heißt es aber, dass der christliche Name für Fortschritt „Umkehr“ ist, und der irische Schriftsteller C. S. Lewis meinte: „Umkehr ist der schnellste Schritt voran.“ Wie passt das zusammen?

Ich glaube, Umkehr ist der Weg, der ein Ziel hat außerhalb der üblichen, bekannten, allzu menschlichen. Ein Ziel, dem wir vielleicht keinen genauen Namen geben können und von dem wir vielleicht auch nichts Genaues wissen außer dem Wichtigsten: Das Ziel ist bei Gott. Es ist der Weg, von dem Gott möchte, dass wir ihn gehen, weil wir auf diesem Weg zu dem Menschen werden, wie Gott sich uns wünscht und er uns auch zutraut zu werden.

Michael Tillmann

 Quelle: Bergmoser + Höller Verlag AG
Foto: Bild: Dr. Paulus Decker; In: Pfarrbriefservice.de
Dorothee Sandherr-Klemp; in pfarrbriefservice.de

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