Katholische Pfarrgemeinde  Dom zum Heiligen Kreuz

Nordhausen

GeistLiches Wort

In den ersten Monaten meines Dienstes hier in Stadt und Landkreis Nordhausen habe ich schon vor den unterschiedlichsten Türen gestanden und darauf gewartet, dass mir geöffnet wird oder ich herein gerufen werde. Zugegeben: dem Behördenmitarbeiter ist es egal, wer vor der Tür steht. Aber bei Hausbesuchen in der Gemeinde, Besuchen im Pflegeheim oder im Krankenhaus und nicht zuletzt bei meinen Antrittsbesuchen beim Oberbürgermeister oder dem Superintendenten durfte ich die gute Erfahrung machen, dass mir freudig die Tür geöffnet wurde und ich willkommen war. Dafür sage ich von Herzen Dank!

Die Tür ist ein adventliches Symbol. In einem wunder-vollen Lied singen wir von der Notwendigkeit des Türenöffnens für den Herrn. Unsere Zeit ist vor allem damit beschäftigt, die Türen unzähliger Adventskalender zu öffnen.

Aber die Adventszeit wird zu einer Drehtür zwischen Vergangenheit und Gegenwart, indem sie unser Warten auf die Wiederkehr Christi mit dem früheren Warten auf das Kommen des Messias verschmilzt. So ist der Advent eine Zeit erinnernder Vorbereitung auf die Geburt Jesu, auf Weihnachten. Der Advent ist der Türöffner für das Weihnachtsgeschehen. Hinter dieser Tür verbirgt sich der Menschgewordene Gott. Lassen wir also diese fast vier Wochen der Vorbereitung nicht einfach an uns vorbeirauschen.

So manche Tür muss noch geöffnet werden:

  • die Tür zu mehr Menschlichkeit im täglichen Umgang miteinander,
  • die Tür zur Aufmerksamkeit für die Nöte meines Nachbarn,
  • die Tür zur Versöhnung, wo man lange nicht miteinander geredet hat,
  • die Tür zu neuer Hinwendung zu Gott im Gebet, im Gottesdienst und im Empfang der Sakramente

Lassen wir uns als Christen in dieser Stadt in diesen Tagen auf gute Erfahrungen geöffneter Türen miteinander ein.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Adventszeit und gnadenreiche Weihnachten

Ihr Pfarrer Steffen Riechelmann

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