Katholische Pfarrgemeinde  Dom zum Heiligen Kreuz

Nordhausen

Wort des Pfarrers - Ostern 2021


Liebe Gemeindeglieder, liebe Leserinnen und Leser dieser Seite,

Ostern und Weihnachten 2020. Leere Kirchen. Ostern vom Virus erzwungen, Weihnachten freiwillig, um Kontakte zu vermeiden. In den letzten Monaten blieben und bleiben viele Plätze in unseren Gotteshäusern leer. Aus Furcht vor Ansteckung, aus Bequemlichkeit oder weil man nichts vermisst. Und auch zum kommenden Osterfest werden wir nur mit wenigen Gläubigen Gottesdienst feiern können. In leeren Kirchen feiern wir das leere Grab. Der tschechische Priester und Soziologe Tomás Halík schreibt in seinem Aufsatz „Christentum in Zeiten der Krankheit“ aus dem vergangenen Jahr: „Wenn uns die Leere der Kirche an ein leeres Grab erinnern wird, sollten wir nicht die Stimmen von oben überhören: „Er ist nicht hier. Er ist auferstanden. Er geht euch voraus nach Galiläa.“

Wie wird unsere Welt nach Corona aussehen? Wie wird die Kirche nach Corona aussehen? Wir ertappen uns dabei, dass wir uns unser „altes“ Leben zurückwünschen. Vertrautes Leben in vertrauten Bahnen.

Aber sollte wirklich alles so werden, wie es im Februar 2020 war?

Die Ostererfahrung verändert die Jünger und verändert die Welt. Nichts ist seitdem so, wie es vorher war. Die Jünger müssen lernen zu vertrauen, dass es der HERR ist, der ihnen begegnet am See Genezareth. Thomas muss im wahrsten Sinn des Wortes die Hand in die Wunden legen, um glauben zu können. Aber die Jünger werden zu Boten der Auferstehung und tragen Jesus auf diese Weise zu den Menschen. 

Nach Corona alles auf Anfang? Hat uns die Corona-Krise nicht die Augen geöffnet für das, was wirklich unverzichtbar ist? Es sind die Begegnungen mit Menschen. Und wo könnten wir dem Auferstandenen besser begegnen als in jeder guten Begegnung, in der wir Trost und Geborgenheit spenden und die Selbstbezogenheit überwinden. Wo könnte Christus besser zu finden sein als bei den Menschen, die nichts von ihm gehört haben, aber vielleicht auf unser christliches Zeugnis warten? Und nicht zuletzt brauchen wir die Begegnung mit dem Herrn im Gebet. Das klingt vertraut. Und doch sollten wir damit neu beginnen. Es sind neue Wege erforderlich, um das Evangelium zu leben und weitergeben zu können.

Die Kirche wird nach Corona eine andere sein. Auch unsere Kirchengemeinde. Manches werden wir nicht ändern können und ertragen müssen. Aber im festen Vertrauen, dass der Auferstandene uns vorausgeht, sollten wir diese Chance zur Veränderung nutzen, zu der uns das Osterfest einlädt. Lasst uns mit der Suche nach dem HERRN mutig beginnen.

Ihnen allen gesegnete und hoffnungsfrohe Ostern!

Ihr Pfarrer Steffen Riechelmann                

Bild im Headerbereich: siehe Seite "Aktuell"
Bild (rechts):
Vom Palmbaum über das Kreuz zum Segensbau; Christiane Raabe, pfarrbriefservice.de

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