Katholische Pfarrgemeinde  Dom zum Heiligen Kreuz

Nordhausen

Aktuell - Nicht nur für Schüler

Sich freuende Schülerinnen und Schüler. In normalen Zeiten war es einfach zu sagen, wofür dieses Bild steht: Schulende, Ferienanfang. Doch seit zwei Jahren sind die Zeiten auch für euch Schülerinnen und Schüler nicht normal. Da kann eine solche Zeichnung auch ganz anderes ausdrücken: Dass ihr nach wochenlangen Schulschließungen endlich wieder in die Schule konntet, um gemeinsam zu lernen, Freundinnen und Freunde wiederzusehen, Spaß zu haben. Oder dass ihr euch einfach freut, dass ihr bisher alle durch die Pandemie gekommen seid, ohne ernsthaft krank zu werden. Oder vielleicht ist es auch ein Bild, das die Freude ausdrückt, endlich wieder ohne Maske im Klassenraum sitzen zu können … Nur wenige Beispiele, die mir eines ganz klarmachen: Wie viel ihr Schülerinnen und Schüler in den letzten zwei Jahren geleistet habt; auf wie viel ihr verzichtet habt, um ältere und gefährdetere Menschen zu schützen. Zu Hause lernen, keine Klassenfahrten, kein Sport im Verein und vieles mehr. Dafür möchte ich mich ganz herzlich bei euch bedanken. Das war und das ist klasse. Ihr habt euch die Ferien wirklich verdient. Habt viel Spaß und kommt gesund zurück.

Foto: picture alliance/Zoonar|scusi

Wie war Jesus eigendlich als Jugendlicher?

Simone Martini, Der zwölfjährige Jesus im Tempel, 1342(Klick)

Darüber wissen wir nur sehr wenig, manches können wir vermuten. Von den vier Evangelisten berichtet nur Lukas aus der Kindheit und Jugend Jesu. Nach seiner Geburt in Bethlehem wächst er als Kind von Maria und Josef in Nazaret auf, lernt vielleicht den Beruf Josefs, Zimmermann.
Erzogen wird er im jüdischen Glauben seiner Umgebung. Das beweist auch die einzige Geschichte, die Lukas von Jesus als Jugendlichem erzählt, die Geschichte vom zwölfjährigen Jesus im Tempel. Jesus – der mit zwölf Jahren in der damaligen Zeit fast schon als erwachsen gilt – unternimmt mit seinen Eltern und anderen aus seinem Dorf eine Wallfahrt nach Jerusalem, um dort den Tempel, das wichtigste Heiligtum der Juden, zu besuchen. Nach den Feierlichkeiten kehren alle wieder zurück, Jesus bleibt aber im Tempel. Das fällt den Eltern nicht sofort auf; Zeichen dafür, dass Jesus fast schon erwachsen war. Als sie sein Fehlen bemerken, suchen sie ihren Sohn voller Angst. Als sie ihn im Tempel finden, machen sie Jesus Vorwürfe, auf die er verständnislos reagiert. Diese Szene hat über 1.300 Jahre später der Maler Simone Martini festgehalten, und ein auffallend modernes Bild gemalt: Jesus trotzt. Oder er ist bockig. Besteht auf seinem eigenen Willen. Trotzt herum, würden manche vielleicht sagen – kurzum: er reagiert wie ein ganz normaler Jugendlicher, der in diesem Moment wenig Verständnis für seine Eltern hat; und andersherum wird das ähnlich gewesen sein. Ich finde das herrlich natürlich und menschlich.


Foto: picture alliance/photothek|Thomas Koehler

Bleib‘ mit deinen Sorgen nicht allein!

Seien es schlechte Noten oder
die verpasste Versetzung.
Sei es Ärger mit Lehrern
oder Mitschülern.
Kummer mit der Familie
oder mit der Liebe.
Bleib‘ mit deinen Sorgen
nicht allein. Nie!
Sprich mit anderen:
Eltern, Lehrern,
Freunden, Mitschülern.
Hauptsache, du frisst nichts
in dich hinein.
Sprich mit Gott.
Auch das macht
Sorgen leichter.
Du bist mit deinen Sorgen
nicht allein. Nie!.

„Er führte mich hinaus in die Weite …“, sagt König David im Psalm 18 (Vers 20) über Gott. Gemeint ist: Er führte hinaus aus der Enge, aus der Gefahr … Im Jahr 2008 war der Satz „Du führst uns hinaus in die Weite“ Motto des Katholikentages: Gott eröffnet uns neue Horizonte. Davon träumen wir auch zur Urlaubszeit. Fernweh heißt das dann. Andere Länder, andere Kulturen, andere Menschen kennenlernen. Spannend ist das und auch lehrreich; ein kluger Kopf hat einmal gesagt, dass Reisen das beste Mittel gegen Vorurteile sei. Doch auch beim Reisen nehmen wir unsere eigene Welt immer mit – da kann die erhoffte Weite auf einmal sehr eng, die neuen Horizonte sehr bekannt sein. Sich selbst zurückzulassen, ist sehr schwer. Fällt aber vielleicht leichter, wenn ich vieles Gott anvertrauen kann: Die eigenen Sorgen, die eigenen Wünsche, auch Schuld und Versagen. Mit leichtem Gepäck reist es sich am besten. Hinaus in die Weite, zu neuen Horizonten – seien sie auf anderen Kontinenten oder eben auch nur kurz um die Ecke. Eine Reise in meine innere Weite, die im Alltag oft zu eng wird; zu einer Entdeckungsreise zu Gott, der fremd, vielleicht exotisch geworden ist.

Foto: Michael Tillmann



Ich hab da mal ´ne Frage: "Hat jesus auch geschlafen?"

Natürlich hat Jesus auch geschlafen. In ihm ist Gott ganz Mensch geworden, und kein Mensch kann ohne Schlaf leben. Doch als ich nach Bildern des schlafenden Jesus gesucht habe, stieß ich auf Darstellungen des neugeborenen Jesus. Und auf Bilder, die die einzige Bibelstelle illustrieren, die davon berichtet, dass Jesus schläft – im Boot, bevor die Jünger ihn wecken, weil sie Angst haben, im Sturm zu kentern und unterzugehen. Ansonsten gibt es so gut wie keine Bilder des schlafenden Jesus, wie es auch nur die eine Bibelstelle gibt, die vom Schlafen Jesu berichtet. Jetzt kann man natürlich einwenden: Warum über etwas schreiben oder es zeichnen, was selbstverständlich ist. Da ist etwas Wahres dran. Doch ich glaube, es hat noch etwas anderes damit auf sich: Ein schlafender Gott beunruhigt. Deshalb heißt es im Psalm 121 (Verse 3 und 4) auch: „Er lässt deinen Fuß nicht wanken; dein Hüter schlummert nicht ein. Siehe, er schlummert nicht ein und schläft nicht, der Hüter Israels.“ Mit dem Hüter Israels ist Gott gemeint – der Beter vergewissert sich, dass Gott nicht einschläft: Wer sonst soll auf ihn aufpassen?
Ich glaube, das ist der wahre Grund, warum sich viele Menschen auch mit der Vorstellung eines schlafenden Jesus schwertun: Wir bitten Gott um seinen Schutz und vertrauen darauf, dass er auf uns aufpasst – wie kann er da schlafen? Ich bin mir sicher: Auch wenn der menschliche Jesus geschlafen hat wie jeder andere Mensch – Gott verschläft unsere Not nicht.

Bild: Pia Schüttlohr


Quelle: Bergmoser + Hoeller Verlag AG
Foto: picture alliance/Zoonar|scusi
Bild: Simone Martini, Der zwölfjährige Jesus im Tempel, 1342
Foto: picture alliance/photothek|Thomas Koehler
Foto: Michael Tillmann
Bild: Pia Schüttlohr

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