Aktuell - Erntedank
Gedanken zum Erntedankfest
Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut und nichts ist verwerflich, wenn es mit Dank genossen wird; es wird geheiligt durch Gottes Wort und durch das Gebet. (1. Timotheus 4, 4f)
Alles ist gut. Alles verdient unsere Dankbarkeit - noch besser: durch das Gebet wird es sogar geheiligt. Nun wäre es ein leichtes, daraus eine Anklage zu machen. Wir könnten darüber klagen, dass Gottes gute Gaben nicht nach seinem Wort gebraucht würden. Dass das Geschält mit der Ernährung auf Ungerechtigkeit beruht. Man sollte diese spottbilligen Nahrungsmittel, Lohndumping etc. nicht noch durch das Gebet heiligen. Das sollten wir Gott klagen. Ja, das könnten wir tun.
Doch das würde uns vom Danken abbringen - und das finde ich mindestens genauso ungerecht. Es bleibt ja dabei, dass auch diese Lebensmittel viele Menschen ernähren - mit Kohlehydraten, Eiweißen, Fetten und Spurenelementen. Aber auch durch Arbeit in Herstellung, Vermarktung und Handel. Alles ist gut, für das wir danken. Alles Wesentliche in meinem Leben habe ich bekommen. Mein Leben selbst ist mir durch meine Eltern geschenkt worden. Viele Menschen, die ich nicht einmal gekannt habe, haben mir, und Ihnen genauso, ihr Wissen und ihre Errungenschaften hinterlassen. Meine Gesundheit ist mir geschenkt. Und meine Wohnung habe ich nicht selbst gebaut Und die Liebe und Freundschaft, die mir entgegengebracht wird, kann ich zwar pflegen, herstellen kann ich sich nicht. Ich bin Teil eines großen Ganzen, von dem ich lebe.
Das Danken hat eine Adresse. Diese Adresse Ist Gott. Wer sonst? Meine Eltern, die Freunde, Kollegen - klar, denen gilt es auch dann und wann zu danken. Vielleicht sogar öfter, als bisher getan. Doch sie alle sind ja auch nur Teil des Ganzen. Es ist Gott, der mich geschaffen hat und der mich erhält und will, dass ich lebe.
Michael Tillmann
Foto: Bild: Renate Pütz In: Pfarrbriefservice.de
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